Ein bisschen Geschichte
1889 gab es in Frankreich die erste Fußballabteilung in einem landesweiten Sportverband. 1904 war diese Gründungsmitglied der FIFA und bestritt im selben Jahr das erste Länderspiel, das gegen Belgien 3:3 unentschieden ausging. 1908 wurde ein eigenständiger Verband mit seinem heutigen Namen Fédération Française de Football (FFF) gegründet. Die dritte Fußball-Weltmeisterschaft wurde 1938 in Frankreich ausgetragen. Doch der Fußball in Frankreich war in den ersten Jahrzehnten nicht besonders erfolgreich. Erst 1958 konnte mit dem dritten WM-Platz ein erster Achtungserfolg verzeichnet werden.
Die glorreichen Jahre begannen in den 80ern mit Mittelfeldregisseur Michel Platini, mit dem die Mannschaft 1984 im eigenen Land Europameister wurde. Nachdem viele damalige Spieler ihre Karriere beendet hatten, folgte eine kurze Durststrecke. Doch dann wuchs eine neue Generation mit Zinedine Zidane an, die 1998 mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft endgültig überwunden war. Zwei Jahre darauf wurde die Mannschaft auch Europameister. Insgesamt nahm Frankreich sechs Mal an Europameisterschaften und zwölf Mal an Weltmeisterschaften teil. Außerdem war man 1984 Olympiasieger und konnte 2001 und 2003 den Konföderationen-Pokal gewinnen.
Eine Spitzenmannschaft!
Frankreich gehört zur absoluten Weltspitze und liegt auf Rang 7 der FIFA-Weltrangliste. Am häufigsten eingesetzt wurde Liliam Thuram mit bisher 138 Spielen. Der Europa- und Weltmeister hat seine Karriere zwar noch nicht beendet, steht aber nicht im aktuellen EM-Aufgebot. Toptorjäger ist mit 44 Treffern Welt- und Europameister Thierry Henry. Er ist momentan beim FC Barcelona unter Vertrag, nachdem er mehr als 250 Spiele für Arsenal London gemacht hatte. Bisher traten Frankreich und Deutschland 23 Mal gegeneinander an, unter anderem zweimal im WM-Halbfinale. Frankreich gewann zehn Mal, Deutschland acht Mal und fünf Mal endete das Spiel unentschieden.
Der Trainer
Raymond Domenech trainiert das französische Nationalteam seit 2004 und führte es 2006 bis ins WM-Finale nach Berlin. Er gilt nicht nur als Liebhaber des Fußballs sondern auch des Theaters. Nach dem Karriere-Ende von Zinedine Zidan vertraut er weiterhin seinen erfahrenen Spielern, setzt aber auch verstärkt junge Akteure ein. Bei der Qualifikation setzte sich Frankreich hinter Italien in der Gruppe B durch. Größter Widersacher in der Gruppe war Schottland, gegen das die Franzosen zwei Niederlagen (zwei Mal 0:1) einstecken mussten.
Der Kader
Viele von den nominierten Spielern verdienen ihr Geld in Frankreich, die meisten bei Olympique Lyon, wie Torwart Gregory Coupet oder bei Olympique Marseille, wie Djibril Cissé. Die besten spielen allerdings im Ausland. Entweder in England wie Claude Makelele, Florent Malouda und Nicolas Anelka, alle drei beim FC Chelsea, sowie Willliam Gallas beim FC Arsenal oder in Spanien wie Thierry Henry beim FC Barcelona. Der Stürmer ist eigentlich eine Torgarantie, hat aber derzeit Ladehemmung. In Deutschland verdienen auch einige Akteure ihr Geld, darunter der Ballzauberer Franck Ribery und Willy Sagnol beim FC Bayern München.
Bei der EM haben die Franzosen die sogenannte „Todesgruppe“ erwischt, denn sie müssen außer gegen Rumänien noch gegen die Mitfavoriten aus den Niederlanden und Italien antreten. Und gerade gegen die Italiener kann man sich auf ein heißes Spiel gefasst machen, denn seit dem verlorenen WM-Finale haben die Franzosen noch eine Rechnung offen. Also dann: „Allez les bleus“!

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Ein tolles Weltmeisterschafts-Turnier 2006 in Deutschland endete für die französische Nationalmannschaft in einem Albtraum-Finale. Zunächst der Platzverweis nach dem Kopfstoß von Spielmacher und Kapitän Zinedine Zidane. Dann wurde das Spiel auch noch im Elfmeterschießen verloren. Doch das französische Team ist und bleibt eine der besten Fußballmannschaften der Welt. Und bei der EM wollen „les bleus“ wieder ins Finale







